Presse
Kölner Stadtanzeiger vom 23.01.2012
Karneval Das Imperium tuscht zurück
Von Beatrix Lampe, 23.01.12, 09:14h, aktualisiert 23.01.12, 11:07h
Bei der Premiere zur Karnevalssitzung „Deine Sitzung“ legten Carolin Kebekus, Olaf Bürger und Ebasa der Meister als das „Jedi-Dreigestirn Köln-links-unten“ zusammen dem „Orchester der Liebe“ eine echte Punktlandung hin.
Carolin Kebekus überzeugte bei der Karnevals-Veranstaltung "Deine Sitzung". (Bild: Worring)
Köln - Im Weltraum ist es aber auch zu öde: Immer nur Bundestrojaner-Abschießen... Auf der Erde wartet eine weit ernstere Mission: Kölle muss gerettet werden.
Um die Stadt von den grauen Eminenzen im Karneval zu befreien – wie „Bernd Stelter mit seinen unlustigen Liedern“ – kommt das „Jedi-Dreigestirn Köln-links-unten“ mit Carolin Kebekus (Bild), Olaf Bürger und Ebasa der Meister mit dem Raumschiff Flönz 3 heim nach Köln.
„Das Imperium tuscht zurück“ war Motto der Premiere für Deine Sitzung, zu der die drei im Brunosaal und das tolle Orchester der Liebe eine Punktlandung hinlegten.
Wulff bekommt sein Fett weg
Für einen allerdings kam die Hilfe aus dem All zu spät: Hätte „der Wulff“, verführt von „der dunklen Seite des Mett“ seine geliehene halbe Million nicht in Burgwedel, sondern in Köln angelegt, hätte er dafür „kein fies verklinkertes Reihenhaus, sondern eine Villa in Grengel“ bekommen, wie Kebekus versicherte.
Und für „das astreine Geklüngele“ hätten ihm die Kölner einen Orden verliehen. Doch blieb den Rettern jede Menge Arbeit: Mit dem FC, mit den „Griechen am Bein“, für die Udo Jürgens' Schlager Pate stand, und mit der Political Correctness, die einen dazu zwingt, immer wieder mal den „Migrationshintergrund“ anzuknipsen. Das ist aber nicht schwer, wenn man hinter dem Präsidententisch in der Kulisse einen Davidstern und eine Moschee aus LED-Lichtern parat hat.
Zu großer Form läuft das galaktische Dreigestirn bei Gesangsparodien auf: Kebekus, begleitet von Stefan Knittler, verspricht nach der „Grenade“-Hitmelodie von Bruno Mars: „Ich fang en Raket für dich“; Bürger erzählt von seiner „Muddi, die kann Voodoo“ nach dem Song „All Summer Long“.
Kebekus' urkomische Tirade über die erste Menstruation, aus dem Comedy-Programm der Prix-Pantheon-Gewinnerin in den Karneval importiert, brachte ihr mehrere Mett-Raketen ein. Bürgers Auftritt in seinem Alter Ego als Sachse Edno Bommel, der einen „sächsuell aufgepeitschten Saal“ begeisterte, und Ebasa, der Meister mit All-Horn-Konzert und automatischem Brunosaal-Echo, sind die Reise von jedem Punkt des Universums nach Klettenberg wert.
Restkarten für die nächste Sitzung am 27. Januar, 19.30 Uhr gibt es unter der Internetadresse www.deine-sitzung.de. www.deine-sitzung.de
General-Anzeiger Bonn vom 15.11.2011
Carolin Kebekus im Pantheon
von Hagen Haas
Bonn. Die Frau ist ein Phänomen. Sie feierte im Frühjahr im Pantheon eine heftigst umjubelte Bonn-Premiere ihres ersten Bühnenprogramms mit dem sahnigen Titel
„PussyTerror“, der Abend war seit mehr als einem halben Jahr ausverkauft. Nun
gastiert Carolin Kebekus, inzwischen Ensemblemitglied der neu aufgelegten Sat.1-
„Wochenshow“, erneut im Pantheon.
Beide Abende sind wieder ausverkauft, und wieder frisst ihr das Publikum aus der Hand.
Eine andere Reaktion ist auch kaum vorstellbar: Alles, was diese Frau anfasst, wird zu Gold.
Sie kommt auf die Bühne. Braune, hohe Lederstiefel, ein sehr figurbetontes blaues Minikleidchen, die langen dunklen Haare umwehen das bildhübsche Gesicht, aus dem Angriffslust, ein gesundes Selbstbewusstsein und unerhört viel Charme sprechen.
Die Schauspielerin Carolin Kebekus gibt die süße Prolltussi aus den Wohnsilos von Köln-Ostheim, das lecker kölsche Mädche mit dem rauen Sex-Appeal der Straße.
Gespenstisch gut wechselt sie die Stimmlagen, schaltet im laufenden Satz von Gosse auf blasiert-näselndes Bürgertum um und entlarvt dabei sehr clever die eigentlichen Brandbeschleuniger in der sozialen Misere.
Hinter fetten Gangsta-Raps und einer Unmenge an Kraft- und Fäkalausdrücken transportiert Kebekus facettenreiche Gesellschaftskritik, süffisante Spitzen und Doppeldeutigkeiten. Sie ist, um es mit ihren Worten zu sagen, voll der Hammer.
Giessener Allgemeine vom 02.11.2011
Ghetto-Diva Carolin Kebekus in der Kongresshalle
Ein Beweis wäre eigentlich nicht mehr nötig gewesen. Aber Carolin Kebekus hat ihn trotzdem erbracht. Mit Humor und Charme zeigte sie in der Kongresshalle, dass ein Comedyprogramm gespickt mit vulgären Ausdrücken schon lange nicht mehr in die Schmuddelecke gehört. Das Gießener Publikum dankte es ihr mit frenetischem Applaus.
Kebekus und Heidi Klum werden sicher keine Freundinnen mehr. Und das nicht nur, weil die Komikerin – bekannt etwa aus dem Quatsch Comedy Club und der Wochenshow – aus Köln kommt und das ehemalige Topmodel aus dem benachbarten und daher rivalisierenden Bergisch Gladbach. Da gibt es grundlegendere Differenzen. Etwa, dass Klum sagt, dass die Frauen nichts mehr essen sollten. »Die Kerle wollen Frauen mit Arsch«, fand dagegen die Komikerin. Und: »Ich bin eine Diva, die im Stehen pinkeln kann«, rappte Kebekus, die noch nie in Gießen aufgetreten ist, gleich zu Anfang. »Es ist ein bisschen so, als hätten wir heute unser erstes Mal«, sagte sie und das Publikum tobte. »Aber keine Angst – ich bin Romantikerin.«
Mit angehenden TV-Topmodels kann sie dagegen gar nichts anfangen. Weil die ja nichts essen. »Das Dickste an deren Beinen sind die Knie«, fand die Komikerin und verzog angewidert das Gesicht. »Ich dagegen brauche morgens schon Fleisch«, und zwar am liebsten Mettbrötchen. »So gute drei Finger dick«, mit schon viel Butter. »Maurermarmelade.« Manchmal frage sie sich, ob sie überhaupt eine richtige Frau sei. Aber ja: »Ich bin ein Mensch mit Menstruationshintergrund.«
Nebenbei klärte Kebekus ihr Publikum auch noch darüber auf, was es mit dem Zusammensturz des Kölner Stadtarchivs auf sich hat. Der Oberbürgermeister sei nämlich neidisch auf das Ruhrgebiet gewesen, das europäische Kulturhauptstadt war. Und das, obwohl die doch nicht mehr hätten, als »unter Tage.« »Dat können wa auch«, meinte da – laut Kebekus – der OB und zack sei das Stadtarchiv in diesem Erdloch verschwunden.
»Pussy Tour« heißt Kebekus» Bühnenprogramm. Und natürlich wurde sämtliches Vokabular abgerufen, das einem bei einem solchen Namen einfällt. Sehr amüsieren musste sich Kebekus, als sie den Namen »Gummiinsel« hörte. Die »Gangster von der Gummiinsel« würden in den Kölner Ghettos nie und nimmer ernst genommen. Dennoch zeigte sie sich zufrieden über ihr »erstes Mal« in Gießen. »Es hat auch gar nicht wehgetan.«
Die Zuschauer feierten Kebekus frenetisch und umringten die Komikerin bei der anschließenden Signierstunde. Einige Fans hatten im Publikum Jared Hasselhoff von der Bloodhound Gang entdeckt. Der Musiker gab bereitwillig Autogramme.
Christoph Seyfert
WZ 01.11.2011 Düsseldorf
von sl.
Kebekus auf dem „Witze-Strich“
Stiefel, Minikleid und dabei ein Mundwerk, das einen Bauklötze staunen lässt:
Als Komikerin Carolin Kebekus am Sonntagabend die Bühne im ausverkauften Zakk
betritt, jubelt ihr das Publikum entgegen. Mit Lederjacke und Sonnenbrille steigt sie rappend in ihr Programm „Pussy Terror“ ein, bevor sie beides in die Ecke wirft und
sich als „Bushido mit Ballettunterricht“ vorstellt.
Gekommen, um für das Publikum auf den „Witze-Strich“ zu gehen, sei sie.
Dem Motto bleibt sie treu: Sex und Fäkalien liefern die Grundlage für ihren burschikosen wie grandiosen Humor, der die Zuschauer knappe zwei Stunden lang zum Johlen bringt. Uneitel imitiert sie die Jungs aus dem Ostheimer Ghetto - „Ey Mädchen!“ - die Oma aus
Oberschlesien, gesteht mit röhrender Stimme ihre Leidenschaft für Mettbrötchen mit
dick Butter und Zwiebeln sowie die Abneigung gegen Prosecco - „vielleicht fehlt mir da ein Gen“. Den Lokalpatriotismus lässt die Kölnerin erfrischenderweise weg.
BILD Köln 17.10.2011
von C.S.
Das beste an Köln ist nicht der Dom - das beste ist Carolin Kebekus! Bejubelt am Samstag im Gloria.
Das Geheimnis ihre Erfolgs? Erstens: Eine Klappe wie ein Maschinengewehr! „Es ist Hammer, wieviel Sex Kinder nachmittags im TV sehen. Aber besser im TV als im katholischen Internat“ Zweitens: Auf der Bühne ist ihr nichts heilig - nicht mal die eigene Familie. „Als ich das erste Mal besoffen auf allen Vieren nach Hause kam, hat mein Vater applaudiert.“ Drittens: Sie schafft es, für Köln so zu schwärmen, dass man ihr sogar diesen Spruch als Liebeserklärung abnimmt. „Wenn ich irgendwo in der Welt bin und Kotze sehe - dann fühle ich mich zu Hause.“
Um es in ihren Worten zu sagen: Carolin, du bist ne coole Sau!
Kölner Stadtanzeiger 02.04.2011
Kabarett: Carolin Kebekus im Gloria
Was das Ruhrgebiet kann, können die Kölner schon lange: Unter Tage sein zum Beispiel. Das mag sich der Ex-Ob Schramma gedacht haben, als es um die Bewerbung zur Kulturhauptstadt ging. Den Beweis liefert das eingestürzte Stadtarchiv. Vergangenheitsbewältigung auf Kölsch nennt Carolin Kebekus dergleichen in ihrem ersten Soloprogramm "PussyTerror", mit dem sie im Gloria-Theater für Furore sorgt.Angefangen bei einer Stadtbeschimpfung über das selbst erlittene Trauma, in Bergisch Gladbach geboren worden zu sein, bis hin zu heftigen Breitseiten gegen das Fernsehprogramm im Allgemeinen und Dieter Bohlen im Besonderen.Dabei ist es das"Wie" mit dem die auf der "Schäl Sick" aufgewachsene Komikerin überzeugt, ihre beträchtliche stimmliche Bandbreite, gepaart mit spielerischer Leichtigkeit und mädchenhafter Natürlichkeit.Es ist der Kontrast zwischen derber Ausdruckskraft und entwaffnender Offenheit, der ihr die Sympathien des Publikums sichert und mit dem sie das herkömmliche Frauenbild zerpflückt.(klo)
Fuldaer Zeitung 15.04.2011
Carolin Kebekus rotzfrech im Kulturkeller
Fulda. Mit ihren Rehaugen und ihrer zarten Erscheinung kauft man Carolin Kebekus den unschuldigen Mädchencharme sofort ab. Doch das harmlose Äußere täuscht – sie hat es faustdick hinter den Ohren. Die Frau weiß genau, wie sie Witze platzieren muss, um voll ins Schwarze zu treffen.Dass das Fuldaer Publikum Carolin Kebekus liebt, bewies nicht nur der bis auf den letzten Platz ausverkaufte Kulturkeller am Donnerstagabend, sondern auch die nicht abflauende Begeisterung während ihres 90-minütigen Programms mit dem Titel „Pussy Terror“. Für die Fuldaer geht die 29-jährige Comedienne gerne auf den „Witzestrich“. Denn „ihr seht gewaschen aus“, schießt die selbsternannte Diva, die auch im Stehen pinkeln kann, hinterher – und landet damit gleich ihren ersten Treffer. „Frauen sind nicht witzig, das weiß doch jeder“, klärt die Künstlerin auf. Um sogleich das Gegenteil zu beweisen. Der spezielle Witz liegt in ihrer Sicht auf den Alltag. Und so bewegt sich Kebekus auf dem Grat zwischen naivem Charme und hemmungsloser Pöbelei. Man glaubt ihr sofort, dass sie zu den Mädchen gehört, die sich schon immer ein Pony gewünscht haben. Gleichzeitig weiß sie das Publikum mit rauen Verbalattacken in Ekstase zu versetzen. Männer und Frauen haben dabei übrigens gleichermaßen ihren Spaß.Es ist vor allem der Kontrast zwischen derber Ausdruckskraft und entwaffnender Offenheit, der den Charme der sympathischen 29-Jährigen ausmacht. So verschweigt sie ihre Wurzeln zum Kölner Ghetto nicht oder berichtet über das erlittene Trauma, in Bergisch-Gladbach geboren zu sein. In ihrem Programm bewegt sie sich zwischen Pubertätsverwirrung, Konsumhaltung und Fernsehkultur – bis hin zum Porno. Dabei dürfen die Lieblingshassobjekte Claudia Effenberg, Veronica Ferres und Dieter Bohlen nicht fehlen. Schließlich kommentiert sie: „Arschloch ist immer noch Arschloch.“Dass die Komikerin anders kann und auch leise Töne beherrscht, beweist sie am Ende des Programms. Mit perfekter Stimme zwitschert sie ihr „Entschuldigungslied“, denn sie glaubt sich für die Witze entschuldigen zu müssen. Doch die Fuldaer brauchen keine Entschuldigung. Sie haben hemmungslos gelacht und sich ausgezeichnet amüsiert. Und so bleibt nur zu hoffen, dass es Carolin Kebekus in Fulda genauso gut gefallen hat wie sie den Fuldaern, so dass sie vielleicht bald wieder kommt.
Von unserer Mitarbeiterin Christiane Hartung
Ruhr Nachrichten 29.08.2011
Ein Abend mit Carolin Kebekus - derb, aber lustig
BOCHUM/WITTEN Sie kommt mit gefährlichem "Pussycat Rap", sie geht mit einer entschuldigenden Ballade. Zwei Stunden liegen am Sonntag beim Zeltfestival dazwischen, in denen Carolin Kebekus prollt, protzt und in ihrer schnodderigen Art jeden und alles aufs Korn nimmt. Auf ihre typisch kölsche, fast schon liebevolle Art.Klar, die Wortwahl bei ihrem Programm „Pussy Terror“ schwankt zwischen asozial und pervers, aber auf eine „nette“ Art und Weise. Wer Carolin Kebekus von Sendungen wie Broken Comedy kennt, ist darauf eingestellt, und das zumeist junge Publikum ist genau deswegen gekommen.
Mit Basecap, Kapuzenpulli und Sonnenbrille kommt die 31-Jährige Komikerin auf die Bühne, um nach ihrer musikalischen Begrüßung im roten Sommerkleid zurückzukehren. Mit ihrem typisch kölschen Akzent, gemischt mit „Stilmitteln der Jugendsprache“ gewinnt sie die Zuschauer schon in den ersten Minuten für sich. "Dat können wa auch"
Als Kölnerin, die leider in Bergisch-Gladbach geboren ist, ist sie mit dem Karneval groß geworden. „Dat ist super. Die janze Stadt ist danach voll Kotze“. Grandios auch, wie sie Kölns OB Schrammer imitiert. „Wat, wir sind nisch Kulturhauptstadt. Dat Ruhrjebiet hat doch nur ‚Unter Tage‘. Dat können wa auch“ - und zack war das Kölner Stadtarchiv unter Tage. Schuld war natürlich der Kölner Klüngel. „Hömma Mamfred, brauchste den Stahlträger noch?“ „Nee, nimm ruhisch mit.“
Und weil Carolin Kebekus im Ghetto von Köln aufwuchs, kennt sie auch die besten Anmachsprüche der Jungs: „Ey Mädschen, ey Mädschen! Ich glaub es gibt Krieg, mein Säbel juckt.“ Aber warum sind die in Köln alle so? Kebekus kennt die Antwort: „Dat sind alles Ausländer. Hat der Sarrazin doch jesacht.“
Imitations-Talent
Bei der Imitation ihrer schlesischen Oma liegt ein Großteil der Zuschauer vor Lachen auf dem Boden, wenn Carolin Kebekus eines kann, dann verschiedene Dialekte imitieren. Nach gut einer Stunde ist Pause, Erholung für die Bauchmuskulatur.
Wenig später klärt Carolin Kebekus auf, warum sie so ist wie sie ist. Während andere Frauen lieber mit den besten Freundinnen „Sex & the City guckt“, schmiert sie sich lieber ein Brot mit Bauarbeitermarmelade. „Mettwurst mit Zwiebeln, dat beste wo jibt.“ Jetzt muss nur noch Cellulite salonfähig gemacht werden.
Schnodderige Art
Mit ihrer schnodderigen Art stößt Kebekus sicher an Grenzen und bricht das ein oder andere Tabu. Den Zuschauern beim Zeltfestival hat es jedenfalls gefallen. Und am Ende entschuldigt sich Carolin Kebekus, „für all die schlimmen Wörter, die ich gesagt habe.“
Von Alexander Füten
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